Im Radio

30. Oktober 2026 · 3 Min. Lesezeit

Zu Gast bei „Nahe Dran“ auf Antenne Bad Kreuznach

Irini Langensiepen im Studio von Antenne Bad Kreuznach
Foto: Antenne Bad Kreuznach

Am 29. Oktober 2026 war ich im Radio-Talk „Nahe Dran“ von Antenne Bad Kreuznach zu Gast. Es ging um die Fragen, die Familien bewegen, wenn ein Angehöriger plötzlich pflegebedürftig wird: Welche Unterstützung gibt es? Wer organisiert die Versorgung? Und an wen kann ich mich wenden, wenn mir alles über den Kopf wächst?

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Früh fragen schafft Spielraum

Beratung lohnt sich nicht erst, wenn die Pflegesituation schon da ist. Wer sich früh mit Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Betreuungsverfügung beschäftigt, bleibt handlungsfähig und hat Entscheidungen vorbereitet, falls er sie selbst einmal nicht mehr treffen kann. Auch das selbstständige Leben im Alter lässt sich vorausdenken: Wie geht es weiter, wenn das Autofahren oder Gehen schwerer fällt oder am Wohnort wichtige Wege fehlen?

Kostenlose Anlaufstellen kennen

In Rheinland-Pfalz gibt es mehr als 130 Pflegestützpunkte. Sie beraten kostenlos, zum Beispiel zum Pflegegrad, zu Höherstufungen oder zu Hilfsmitteln nach einem Krankenhausaufenthalt, auf Wunsch auch zu Hause. Viele Familien kennen dieses Angebot gar nicht. Hinzu kommt: Es gibt viele Fachleute, Dienste und Einrichtungen, aber sie arbeiten oft nebeneinanderher. Genau deshalb fällt es Angehörigen so schwer, den Überblick zu behalten und den nächsten Schritt zu planen.

Wenn es plötzlich eilt: der Pflege-Notfall-Kompass

Den L.I.S.A. Pflege-Notfall-Kompass habe ich aus meiner Praxis heraus entwickelt. Oft riefen Angehörige abends oder am Wochenende an, wenn keine Beratungsstelle mehr erreichbar war und trotzdem kurzfristig eine Versorgung stehen musste. Wichtig ist mir die Unterscheidung: Bei einem medizinischen Notfall ist der Notruf 112 der richtige Weg. Der Kompass hilft, wenn plötzlich pflegerische Unterstützung organisiert werden muss.

Ein Beispiel aus dem Gespräch: Eine Frau musste ins Krankenhaus und sorgte sich um ihren Mann, der schwer an Demenz erkrankt ist. Ich habe mir einen Überblick verschafft, den Krankenhausaufenthalt mit vorbereitet und kurzfristig einen Kurzzeitpflegeplatz für ihren Mann organisiert, inklusive Unterlagen und Absprachen mit Ärzten und Pflegeeinrichtung. So waren beide gut versorgt.

Begleitung über Wochen und Monate

Pflegestützpunkte und Pflegekassen sind wichtige erste Adressen. Mein Schwerpunkt liegt auf der engmaschigen Begleitung, wenn es komplexer wird: Ich koordiniere die Beteiligten, behalte die einzelnen Schritte im Blick und sorge dafür, dass die Versorgung zur Familie passt.

Austausch im Pflegedialog

Gemeinsam mit Matthias Frech vom Betreuungsdienst Home Instead habe ich den Pflegedialog ins Leben gerufen. Pflegende Angehörige können sich dort einmal im Monat abends austauschen und Fragen stellen. Das Angebot ist kostenlos und fachlich begleitet.

Auch Arbeitgeber sind gefragt

Immer mehr Beschäftigte kümmern sich neben dem Job um pflegebedürftige Angehörige. Unternehmen, die das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Pflege verankern möchten, unterstütze ich unter anderem mit Vorträgen für Beschäftigte und Führungskräfte. Mehr dazu unter Für Arbeitgeber*innen.

Die ganze Sendung können Sie bei Antenne Bad Kreuznach nachhören und nachlesen.

Beitrag bei Antenne Bad Kreuznach

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